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iGEM-Weltmeisterschaft: Bielefelder Team mehrfach ausgezeichnet (Nr. 160/2017)

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Studierende erfolgreich bei internationalem Wettbewerb in Boston 

Das Team Bielefeld-CeBiTec hat beim internationalen iGEM-Wettbewerb in Boston (USA), der studentischen Weltmeisterschaft in der Entwicklung künstlichen Lebens, eine Goldmedaille und zwei Preise gewonnen. Die 14 Bielefelder Studentinnen und Studenten haben Bakterien dazu gebracht, spezielle Proteine zu erzeugen, mit denen unter anderem neue medizinische Therapien möglich werden. Dafür haben sie neue Informationen in den Gen-Code der Bakterienart eingeschleust. Insgesamt traten mehr als 300 Teams aus der ganzen Welt bei dem Wettbewerb zur synthetischen Biologie an.

Teammitglied Svenja Vinke erklärt das Projekt einem der Jurymitglieder. Foto: iGEM Bielefeld-CeBiTec 2017
Teammitglied Svenja Vinke erklärt das Projekt einem der Jurymitglieder. Foto: iGEM Bielefeld-CeBiTec 2017
Zusätzlich zur Goldmedaille erhielten die Studierenden die Auszeichnung „Best Foundational Advance“, mit der das beste Projekt mit grundlegenden Fortschritten in der synthetischen Biologie geehrt wird, sowie den Spezialpreis „Best New Basic Part“ für die Einreichung des innovativsten biologischen Bausteins, der zukünftigen iGEM-Teams zur Verfügung gestellt wird. Zudem war das Team nominiert für die beste Software sowie für weitere Spezialpreise. „Wir hatten viel Spaß und sind voller Stolz, dass sich die harte Arbeit der vergangenen Monate ausgezahlt hat. Jetzt freuen wir uns darauf, die USA zu bereisen, bevor es zurück nach Bielefeld geht“, sagt Teammitglied Denise Kerkhoff.

Das diesjährige Team erforschte, wie sich der genetische Code von Lebewesen erweitern lässt, prüfte dafür Methoden und suchte nach möglichen Anwendungen. Das Ziel war, die Funktionen bekannter Proteine zu erweitern. Dadurch werden zum Beispiel „Super-Proteine“ möglich, die beispielsweise für medizinische Zwecke genutzt werden können. 

Um die Proteine zu erzeugen, verwenden die Studierenden das Darmbakterium Escherichia coli. Wie in jedem Lebewesen bilden sich auch im Bakterium Proteine, die die biologischen Prozesse in den Zellen steuern. Das Bielefelder iGEM-Team hat die DNA-Sequenz des Bakteriums verändert und einen neuartigen Baustein (ein Paar von Nukleinbasen) eingesetzt. Der Effekt: Das Bakterium baut neuartige Aminosäuren in seine Proteine ein und dadurch erhalten die Proteine die gewünschten Fähigkeiten.

Die neuen Funktionen der Proteine unterstützen sowohl die Grundlagenforschung als auch Anwendungsgebiete in der Industrie. Die Funktionen bündelte das Team in einem „Werkzeugkasten“, um sie Forschenden weltweit zur Verfügung zu stellen. Ein Beispiel ist das sogenannte „Photoswitching“, bei dem die Enzym-Aktivität im Bakterium durch eine Lichtquelle reguliert wird. „Mit dem Photoswitching haben wir eine innovative Möglichkeit entwickelt, Enzyme nur mittels Licht ein- und auszuschalten“, sagt Teammitglied Svenja Vinke.

Projekte im iGEM-Wettbewerb gehen immer auch über die Forschung hinaus. So gehört dazu, in den Dialog mit Expertinnen und Experten zu treten, um die eigene Arbeit kritisch zu evaluieren. Beispielsweise verfasste das Team einen Report über Chancen und Implikationen ihres Projekts, bei dem Experten aus dem Fachgebiet, aber auch aus anderen relevanten Gebieten wie der Philosophie, mit Teammitgliedern über Aspekte eines erweiterten genetischen Codes diskutierten. „Aus diesen Diskussionen ging unter anderem die Idee hervor, ein Detektionssystem für neue Bestandteile des genetischen Codes zu entwickeln“, sagt Denise Kerkhoff. „Dieses System wurde in einer Software und Hardware zukünftigen iGEM-Teams zur Verfügung gestellt und ist ein bedeutender Schritt in der Grundlagenforschung zur synthetischen Biologie.“

Außerdem spielte der Kontakt mit der Öffentlichkeit eine große Rolle. Das Team stellte sein Projekt auf dem Wissenschaftsfestival GENIALE und im teutolab Biotechnologie vor. Neben der Öffentlichkeitsarbeit in Radio, Presse und Social-Media-Kanälen befasste sich das Team auch mit der Finanzierung des Projekts durch Einwerben von Spenden und Sponsorengeldern sowie durch zwei Crowdfunding-Projekte.

Das diesjährige Team besteht aus 14 Studierenden der Studiengänge Molekulare Biotechnologie, Kognitive Informatik, Bioinformatik und Genomforschung, Molekulare Zellbiologie, Biochemie sowie aus der Statistik. Seit Anfang des Jahres arbeiteten die Studierenden gemeinsam an dem selbstgewählten Projekt für den iGEM-Wettbewerb. Betreut wurde das Team von Professor Dr. Jörn Kalinowski und Professor Dr. Kristian Müller sowie den erfahrenen iGEM-Teilnehmern Boas Pucker und Julian Droste.

iGEM steht für „International Genetically Engineered Machine Competition“ (Wettbewerb für gentechnisch veränderte Maschinen) ist der weltweit größte Wettbewerb für den Forschungsbereich der synthetischen Biologie. Das Finale wird jedes Jahr in Boston, USA ausgerichtet. Dort maß sich das Team mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt, darunter 14 weiteren deutschen Teams. Der Wettbewerb fand in diesem Jahr zum dreizehnten Mal und mit insgesamt 313 Teams statt. Seit 2010 tritt das Bielefelder Team als einziges deutsches Team kontinuierlich an und konnte bereits einen Vizeweltmeistertitel, verschiedene Sonderpreise und jedes Jahr eine Goldmedaille gewinnen.

Weitere Informationen:
Kontakt:
Denise Kerkhoff, iGEM-Teammitglied: denise.kerkhoff@uni-bielefeld.de

Das iGEM-Team Bielefeld-CeBiTec 2017 (v.l.): Camilla März, Saskia Dymek, Christina Drake, Daniel Bergen, Lennard Karsten, Michelle Liebers, Markus Haak, Maximilian Edich, Denise Kerkhoff, Olga Schmidt, Svenja Vinke, Christopher Whitford, Laura Schlüter und Yannic Kerkhoff. Foto: Universität Bielefeld
Das iGEM-Team Bielefeld-CeBiTec 2017 (v.l.): Camilla März, Saskia Dymek, Christina Drake, Daniel Bergen, Lennard Karsten, Michelle Liebers, Markus Haak, Maximilian Edich, Denise Kerkhoff, Olga Schmidt, Svenja Vinke, Christopher Whitford, Laura Schlüter und Yannic Kerkhoff. Foto: Universität Bielefeld

Innere Uhr: Biologen erforschen Mechanismus einer Hilfs-Uhr (Nr. 161/2017)

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Forschende nutzen neue Methode zur Analyse bei Pflanzen

Für den Nachweis von Genen, die die innere Uhr steuern, wird im Dezember der Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen. Die geehrten Wissenschaftler untersuchten Fruchtfliegen, um den Biorhythmus zu erklären. Die Biochemikerin Professorin Dr. Dorothee Staiger von der Universität Bielefeld forscht seit zwanzig Jahren an der inneren Uhr der Pflanzen. Ihr Team hat nun eine neue Studie im Forschungsjournal „Genome Biology“ veröffentlicht. Ein Ergebnis: Nicht nur die innere Uhr, sondern auch ein Protein als „Hilfs-Uhr“ sorgt dafür, dass in den Zellen wiederkehrende Routinen ablaufen.

Prof. Dr. Dorothee Staiger ist Expertin für die innere Uhr der Pflanzen. Foto: Universität Bielefeld
Prof. Dr. Dorothee Staiger ist Expertin für die innere Uhr der Pflanzen. Foto: Universität Bielefeld
„Die innere Uhr sorgt dafür, dass eine Pflanze ihren Stoffwechsel rechtzeitig an die Umgebung anpasst“, sagt Dorothee Staiger. „So kann sie zum Beispiel direkt die ersten Sonnenstrahlen für die Fotosynthese nutzen und so Kohlenhydrate erzeugen.“

Wie die Nobelpreisträger gezeigt haben, steuern einzelne Gene im Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen die innere Uhr. An diesen Genen entstehen zu einer bestimmten Tageszeit Botenmoleküle – die Boten-RNAs. Diese Moleküle starten die Bildung von Uhr-Proteinen, die wiederum zu einer festen Tageszeit ihre höchste Konzentration erreichen.

Uhr-Proteine schalten im 24-Stunden-Takt ihre eigenen Gene an- und ab. Sie sind damit für ihren eigenen Rhythmus verantwortlich. Die Uhr-Proteine sorgen auch dafür, dass weitere Gene in der Zelle zur günstigsten Tageszeit aktiv sind. So setzen sie zu bestimmten Tageszeiten unterschiedliche Prozesse in Gang: vom Öffnen der Blüten und der Verteidigung gegen Krankheitserreger bei Pflanzen bis zum Schlaf-Wach-Rhythmus beim Menschen.

Jetzt haben Staiger und ihr Team einen weiteren Teil der inneren Uhr näher untersucht, und zwar bei der Modellpflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand). Dabei haben sie eine „Hilfs-Uhr“ gefunden – ein Protein namens „AtGRP7“. „Interessanterweise verhält sich das AtGRP7-Protein fast wie ein Uhr-Protein– es beeinflusst seinen eigenen 24-Stunden-Rhythmus“, sagt Dr. Tino Köster. „Dadurch steigt die Menge an AtGRP7 Protein tagsüber an und sinkt nachts wieder.“ Köster und seine Kollegin Katja Meyer sind die Erstautoren der Studie. 

Um die Details im Biorhythmus zu klären, ernteten Katja Meyer und Dr. Tino Köster über drei Tage Blätter der Pflanze Ackerschmalwand. Foto: Universität Bielefeld
Um die Details im Biorhythmus zu klären, ernteten Katja Meyer und Dr. Tino Köster über drei Tage Blätter der Pflanze Ackerschmalwand. Foto: Universität Bielefeld
Laut den Forschenden ist dafür ein täglich wiederkehrender Kreislauf verantwortlich, der sich in drei Phasen unterteilen lässt. „In der ersten Phase bindet das Protein an seine eigene Boten-RNA und baut diese nachts ab. In der zweiten Phase wird durch den Rückgang der Boten-RNA weniger vom AtGRP7-Protein gebildet. In der dritten Phase sorgt die verminderte Menge an Protein dafür, dass sich wieder neue Boten-RNA bilden kann. Damit beginnt der Kreislauf von vorne“, sagt Katja Meyer, die in Staigers Arbeitsgruppe „RNA-Biologie und Molekulare Physiologie“ promoviert. Die wissenschaftliche Arbeit von ihr und Tino Köster wurde jeweils über mehrere Jahre durch die Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Eine neue Erkenntnis der Studie ist, dass das Protein nicht nur an seine eigene Boten-RNA bindet, sondern auch fähig ist, viele andere Boten-RNAs in der Zelle zu blockieren. Dafür mussten Staigers Team und die Kooperationspartner der Universität Halle-Wittenberg in den Zellen der Pflanzen alle Boten-RNAs finden, an denen das Protein sitzt. Dazu bestrahlten die Biologen die Pflanze etwa zwei Minuten mit ultraviolettem Licht, was zu einer festen Verbindung der Boten-RNAs mit dem Protein führt. Dann isolierten sie das Protein und identifizierten die daran gebundenen RNAs mittels Hochdurchsatzsequenzierung. Diese neue Methode nennt sich iCLIP. Sie wurde eigentlich für tierische Zellkulturen entwickelt.  „Für die neue Studie haben wir die iCLIP-Methode als weltweit erste Forschungsgruppe auf ganze Pflanzen angewendet“, sagt Dorothee Staiger.

In einem weiteren Schritt prüften die Forschenden, was das Protein mit den gebundenen Boten-RNAs in der Zelle macht. Für die Analyse erhöhten die Forschenden künstlich die Menge des AtGRP7-Proteins in mehreren Pflanzen und untersuchten, wie sich das auf die Boten-RNAs auswirkt. „Wir konnten nachweisen, dass bei einer erhöhten Menge an AtGRP7 der Rhythmus von einigen Boten-RNAs gestört ist. Damit wirkt AtGRP7 als eine Hilfs-Uhr, vermittelt also zwischen der inneren Uhr und tageszeitabhängigen Boten-RNAs“, sagt Katja Meyer.

Die Untersuchung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und dient der Grundlagenforschung. „Es geht uns darum, grundlegende Zusammenhänge in der Natur zu verstehen“, sagt Staiger. „In diesem Fall lernen wir, wie die innere Uhr dafür sorgt, dass gewissermaßen weitere kleinere Uhren in Gang gesetzt werden. Und wir erfahren, mit welchen Strategien Pflanzen es schaffen, sich an wechselnde Umweltbedingungen anzupassen.“

Originalveröffentlichung:
Katja Meyer, Tino Köster, Christine Nolte, Claus Weinholdt, Martin Lewinski, Ivo Grosse and Dorothee Staiger: Adaptation of iCLIP to plants determines the binding landscape of the clock-regulated RNA-binding protein AtGRP7. Genome Biology, https://genomebiology.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13059-017-1332-x, veröffentlicht am 31. Oktober 2017.

Weitere Informationen:
Die Forschungsgruppe: http://www.uni-bielefeld.de/biologie/Zellphysiologie

Kontakt:
Prof. Dr. Dorothee Staiger, Universität Bielefeld
Fakultät für Biologie
Telefon: 0521 106-5609
E-Mail: dorothee.staiger@uni-bielefeld.de

 

Lesenacht in der Universitätsbibliothek (Nr. 162/2017)

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Anja Tuckermann liest aus „Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war“

In der zwölften Lesenacht der Universität Bielefeld präsentieren Lehrende, Studierende und Mitarbeiterinnen der Universität Bielefeld in mehreren Lesungen an unterschiedlichen Orten in der Universitätsbibliothek Passagen aus ihren Lieblingswerken. Dabei reicht das Spektrum am Donnerstag, 23. November, von „Die Nachtwächter“ von Terry Pratchett bis „Jene Tage“ von Forugh Farrochsad. Die Abschlusslesung hält Anja Tuckermann, die aus ihrem Buch „Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war“ vorliest. Insgesamt werden von 18.30 Uhr bis 22 Uhr 13 verschiedene Werke präsentiert. Jede Lesung dauert etwa 30 Minuten. Der Eintritt ist frei.


Anja Tuckermann erhielt 2014 den Friedrich-Bödecker-Preis. Foto: Bernd Sahling
Anja Tuckermann erhielt 2014 den Friedrich-Bödecker-Preis.
Foto: Bernd Sahling
Die Lesungen finden im Universitätshauptgebäude in den Bibliotheksbereichen U0, U1 und V1 statt und sind über den Bibliothekseingang U1 (Rechtswissenschaft) auf der Galerie in der ersten Etage erreichbar.

In den Pausen präsentiert die Band „HMS Trio.Org“ unter der Leitung von Hans-Hermann Rösch auf der Galerie Jazz-Klänge, während die Café-Bar kulinarische Snacks serviert.

Um 21 Uhr beginnt die Abschlusslesung. Die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete, in Berlin lebende freie Schriftstellerin und Redakteurin Anja Tuckermann liest aus ihrem Roman „Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war.“ Anja Tuckermann ist „Bielefelder Poet in Residence 2017“. Dies ist ein Veranstaltungsformat des Fachs Germanistik der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Einmal jährlich wird dafür im Herbst eine Autorin oder ein Autor aus der Kinder- und Jugendliteratur für das gleichnamige Seminar eingeladen.

Die Lesenacht wird von der Universitätsbibliothek in Kooperation mit dem Zentrum für Ästhetik und der Veranstaltungsreihe „Bielefelder Poet in Residence“ von Professorin Dr. Petra Josting organisiert.

Weitere Informationen und das Programm der Lesenacht:
http://blog.ub.uni-bielefeld.de/?p=9204


Universitäts-Modernisierung

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Gemeinsame Presserkärung BLB NRW und der Universität Bielefeld

Neuer BLB-Projektleiter und Universitätskanzler stellen überarbeitete Planung vor
 
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) reduziert durch Veränderungen am architektonischen Entwurf und durch Optimierungen in der Baulogistik die Risiken für den ersten Bauabschnitt an der Universität Bielefeld.
 

Erst Mitte des Jahres hat Dipl.-Ing. Wolfgang Feldmann, ein erfahrener Abteilungsleiter des BLB NRW, die Projektleitung für die Modernisierung der Universität Bielefeld übernommen – eine Mammutaufgabe. Feldmann hat zuvor jahrelange Erfahrungen mit der Modernisierung vergleichbarer Bauprojekte gesammelt und gilt unter anderem als Experte für alternative Vergabemodelle und -methoden.

Konstruktive Zusammenarbeit und neue Projektstruktur als gute Basis
Gabriele Willems, die Geschäftsführerin des BLB NRW, stellte den neuen Projektleiter am Donnerstag (16.11.2017) persönlich vor: „Wir haben für dieses Projekt im BLB NRW eine individuelle Projektstruktur geschaffen, die sich deutlich von unserer Standardprojektorganisation unterscheidet und das Projektteam an der Spitze mit einem sehr erfahrenen und geschätzten Kollegen besetzt. Ich bin froh, dass sich Wolfgang Feldmann mit seinem Team für dieses außerordentlich ambitionierte Bauprojekt in besonderer Art einsetzt und mit hoher Motivation und Begeisterung ans Werk geht.“ Auch der Kanzler der Universität Bielefeld, Dr. Stephan Becker, unterstützt diese Veränderungen: „Wir gehen vertrauensvoll in die Zusammenarbeit mit der neuen Projektleitung, beteiligen uns konstruktiv an den neuen Planungen und sind sehr zuversichtlich, dass nun die richtigen Weichen gestellt werden. Wir werden in den kommenden Monaten sicher auch schwierige Entscheidungen treffen müssen. Dafür haben wir jetzt eine gute Grundlage.“
 
Planungsoptimierungen reduzieren Risiken

Dipl.-Ing. Wolfgang Feldmann ist BLB-Projektleiter des ersten Bauabschnitts.
Dipl.-Ing. Wolfgang Feldmann ist BLB-Projektleiter des ersten Bauabschnitts.
Feldmann hat sich in den vergangenen fünf Monaten intensiv in das Projekt eingearbeitet. In ersten Schritten konnte er gemeinsam mit den externen Planern und in Abstimmung mit der Universität eine Reihe von Veränderungen im architektonischen Entwurf vornehmen und somit Bau-, Termin- und Funktionsrisiken erheblich reduzieren. Hierdurch wurde ein wichtiger Meilenstein zur wirtschaftlichen Umsetzung des Projekts erreicht. „Der bisherige Entwurf sah an der Schnittstelle zwischen Neubau und Bestand gravierende bauliche und statische Eingriffe vor. In der überarbeiteten Fassung greift der Neubau nicht mehr so tief in die bestehende Struktur des UHG ein“, berichtet Feldmann.


Weniger Eingriffe in den Bestand
Die ursprünglich vorgesehene Freitreppe im Bereich des ehemaligen Frauenparkplatzes wird in der geplanten Form nicht umgesetzt. Dadurch werden Eingriffe in den Bestand erheblich reduziert.

Eine weitere Konsequenz aus den Planungsänderungen: Das Service Center für die Studierenden wird nicht im Innenhof des Neubaus, sondern voraussichtlich im Bereich der bisherigen Halle im Hauptgebäude mit direkter Anbindung an die zentrale Halle realisiert. Im Service Center werden zentrale Servicedienstleistungen und Beratungsangebote der Universität an einem Ort gebündelt.

„Alle Planungsänderungen wurden in enger Abstimmung mit der Hochschule initiiert. Dabei hat der BLB NRW gemeinsam mit der Universität einerseits Planungssicherheit und Risikominimierung, andererseits die Anforderungen an die Funktion und den Betrieb der Hochschule im Blick behalten und so vernünftige Kompromisse gefunden“, erläutert Feldmann die Ergebnisse der letzten Wochen. „Wir müssen uns von einigen attraktiven Elementen des Entwurfs trennen. Dennoch bekommen wir einen überzeugenden Neubau“, ergänzt Dr. Becker. „Uns war wichtig, dass wir weiterhin alle Funktionalitäten, die für den ersten Bauabschnitt geplant waren, erreichen.“

Durch die neuen Planungen wird die Fläche des ehemaligen Frauenparkplatzes derzeit nicht weiter für Bauarbeiten benötigt. Daher öffnen BLB und Universität den Parkplatz zeitnah wieder. Dieser steht dann Studierenden, Beschäftigten und Gästen als reguläre Parkmöglichkeit bis auf weiteres wieder zur Verfügung. Die ausschließlich für Frauen vorgesehenen Parkmöglichkeiten auf der obersten Ebene des Parkhauses 3 bleiben bestehen.
 
Universität plant neuen Hörsaal
Eine weitereÄnderung betrifft das Audimax, welches bisher, obwohl im ersten Bauabschnitt liegend, von der Universität weiter betrieben und genutzt wird. Die Überprüfung der Planungen hat ergeben, dass die Sanierung des größten Hörsaals mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als bisher geplant. Dadurch müsste die Universität für einen längeren Zeitraum als bislang gedacht einen Ersatz finden. Zudem ist das Audimax an drei Seiten von Baustelle umgeben, wodurch eine störungsfreie Nutzung für Lehrveranstaltungen und Prüfungen nicht gewährleistet werden kann, wie die Erfahrungen mit der Schadstoffsanierung gezeigt haben. Daher haben Universität und der BLB NRW entschieden, das Audimax während der unmittelbaren Bauarbeiten nicht zu nutzen. Demnach wird das Audimax voraussichtlich ab Mitte 2019 bis zur Fertigstellung des ersten Bauabschnittes aus dem Betrieb genommen und dessen Modernisierung vorgezogen. Diese Maßnahme ermöglicht auch eine bessere Baulogistik und erleichtert den Betrieb der Baustelle.

Die Universität beabsichtigt aktuell den Bau eines neuen Hörsaalgebäudes, um den Wegfall des Audimax aufzufangen. „Der große Vorteil eines neuen Gebäudes ist, dass wir damit dauerhaft einen Bedarf an zusätzlichen Lehrflächen decken könnten. Die Universität würde somit langfristig von der Investition profitieren“, sagt Kanzler Dr. Becker. Der Startschuss für die konkrete Planung des Hörsaalgebäudes fällt nach der Zustimmung des Hochschulrats zum Wirtschaftsplan. Als Standort ist die Konsequenz vorgesehen.
 
Ergebnisse der Risikoprüfung werden konsequent umgesetzt 

Universitätskanzler Dr. Stephan Becker
Universitätskanzler Dr. Stephan Becker
Auslöser für die Veränderungen war eine sogenannte Projekt-Due-Diligence– eine sorgfältige Risikoprüfung. Im Sommer 2016 hatten sich der BLB NRW und die Universität zu diesem Schritt entschlossen, um auf Basis des aktuellen Planungsstandes die Projektrisiken neu zu betrachten und, wo nötig, Korrekturen vorzunehmen. Ziel war es, Risiken und Probleme schon in den Anfangsphasen vor dem eigentlichen Baubeginn zu erkennen und zu vermeiden, da diese gravierende Auswirkungen auf Termintreue, Kosten und Qualität haben und später nur schwer und mit großem finanziellen Einsatz korrigiert werden können. „Wir betreiben bei diesem Bauprojekt aktives Risikomanagement und sind damit im Übrigen vollkommen konform mit den Empfehlungen der Reformkommission Großprojekte“, so Willems.„Die Universität Bielefeld hat die Due Diligence von Anfang an unterstützt. Wir halten auch die Konsequenzen, die sich nun daraus ergeben, für richtig. Auch wenn die Due Diligence Zeit gekostet hat, haben wir dadurch wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die die Wahrscheinlichkeit von Problemen in der Bauphase erheblich reduzieren“, sagt Dr. Becker.
Die Ergebnisse der Due-Diligence liegen dem BLB NRW und der Universität nun seit April 2017 vor. Seitdem arbeiten die beiden Partner an der Umsetzung der Empfehlungen und verbessern somit die Planungs- und Kostensicherheit bei der Modernisierung der Universität Bielefeld. 
 
 
Hintergrund und Zahlen zur Modernisierung des Hauptgebäudes der Universität Bielefeld

In mehreren Bauabschnitten wird der BLB NRW das Universitätshauptgebäude in den kommenden Jahren modernisieren. Der BLB NRW ist Eigentümer des Gebäudes und damit auch Bauherr der Modernisierung. Das Universitätshauptgebäude hat eine Brutto-Grundfläche von rund 314.000 m² und eine Nutzungsfläche von insgesamt rund 154.000 m² und ist damit das größte zusammenhängende Universitätsgebäude Deutschlands. Der erste Bauabschnitt umfasst die Gebäudeteile A, B, K, R, S und J und damit rund 60.000 m² Brutto-Grundfläche. Er wurde 2015 baulich und technisch vom übrigen Gebäude abgetrennt und durch eine große Lärm- und Staubschutzwand in der Halle zum übrigen Gebäude abgedichtet. Hinter dieser Schutzwand sind Fachfirmen derzeit mit der Schadstoffsanierung beschäftigt, die bis Mitte 2018 abgeschlossen werden soll.
 
 
Über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW)

Der BLB NRW ist Eigentümer und Vermieter fast aller Immobilien des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 4.100 Gebäuden, einer Mietfläche von etwa 10,2 Millionen Quadratmetern und jährlichen Mieterlösen von rund 1,3 Milliarden Euro verwaltet der BLB NRW eines der größten und anspruchsvollsten Immobilienportfolios Europas. Seine Dienstleitung umfasst unter anderem die Bereiche Entwicklung und Planung, Bau und Modernisierung sowie Bewirtschaftung und Verkauf von technisch und architektonisch hoch komplexen Immobilien.
Der BLB NRW versteht sich als Vorbild für ein zukunftsfähiges Immobilienmanagement. In der partnerschaftlichen und transparenten Zusammenarbeit mit seinen Kunden – Hochschulen, Finanzverwaltung, Polizei, Justiz und Justizvollzug – setzt der BLB NRW die bau- und klimapolitischen Ziele des Landes um. Darüber hinaus plant und realisiert er die zivilen und militärischen Baumaßnahmen des Bundes in Nordrhein-Westfalen.
Mit rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in sieben Niederlassungen und zahlreichen Kunden- und Projektbüros ist der BLB NRW ein starker und verlässlicher Partner. Als Berater mit großer Expertise ermöglicht er dem Land eine effiziente Flächennutzung, trägt damit zur Haushaltsentlastung bei und leistet somit einen elementaren Beitrag für ein lebenswertes NRW.   
 

Spin-Strom aus Wärme: Neues Material für höhere Effizienz (Nr.164/2017)

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Physiker der Universität Bielefeld veröffentlichen Studie

Elektronische Geräte wie Computer erzeugen Wärme, die meist nicht genutzt wird. Physiker der Universität Bielefeld können diese Energie nutzen: Sie erzeugen mit Wärme magnetische Signale, bekannt als „Spin-Ströme“. Diese Signale könnten in Zukunft den elektrischen Strom in Elektronikbauteilen teilweise ersetzen. In einer neuen Studie haben die Physiker getestet, welche Materialien aus Wärme möglichst effektiv diese Spin-Ströme erzeugen können. Für die Studie arbeiteten sie mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten in Greifswald und Gießen und des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden zusammen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie heute (20.11.2017) im Forschungsmagazin „Nature Communications“.


Dr. Alexander Böhnke, Dr. Timo Kuschel und Dr. Torsten Hübner (v.l.) forschen zu einem neuartigen Strom, der Elektronikteile ermöglichen soll – winziger und energiesparender als heutige Bauteile.Foto: Universität Bielefeld
Dr. Alexander Böhnke, Dr. Timo Kuschel und Dr. Torsten Hübner (v.l.) forschen zu einem neuartigen Strom, der Elektronikteile ermöglichen soll – winziger und energiesparender als heutige Bauteile.Foto: Universität Bielefeld
Die Bielefelder Physiker arbeiten an den Grundlagen einer effektiveren und energiesparenden Datenverarbeitung im jungen Fachgebiet „Spin-Kaloritronik“. Sie forschen in der Arbeitsgruppe „Dünne Schichten und Physik der Nanostrukturen“, geleitet von Professor Dr. Günter Reiss. In ihrer neuen Studie weisen sie nach, wie stark der Spin-Strom für verschiedene Kombinationen aus dünnen Schichten ist.  

Der Spin-Strom entsteht durch Temperaturunterschiede zwischen zwei Enden eines elektronischen Bauteils. Diese Bauteile sind extrem klein, einen Millionstel-Millimeter dünn. Sie bestehen aus magnetischen Materialien, wie zum Beispiel Eisen, Cobalt oder Nickel, weshalb sie auch als magnetische Nanostrukturen bezeichnet werden.

Die Physiker nehmen zwei solcher Nano-Schichten und platzieren dazwischen eine nur wenige Atome dicke Lage aus Metalloxid. Eine der beiden Außenschichten erwärmen sie – zum Beispiel mit einem heißen Nano-Draht oder einem fokussierten Laser. Insbesondere Elektronen mit einer bestimmten Spinausrichtung dringen durch das Metalloxid – so entsteht der Spin-Strom. Ein Spin ist vorstellbar als Drehung der Elektronen um ihre eigene Achse, entweder links- oder rechtsherum.

In Experimenten - unter anderem an der Universität Greifswald – testen die Forschenden, welches Material den Spin-Strom am effektivsten erzeugen kann. Foto: Universität Greifswald
In Experimenten - unter anderem an der Universität Greifswald – testen die Forschenden, welches Material den Spin-Strom am effektivsten erzeugen kann. Foto: Universität Greifswald
In ihrer neuen Studie testeten Dr. Alexander Böhnke und Dr. Torsten Hübner gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Timo Kuschel und Privatdozent Dr. Andy Thomas unterschiedliche Kombinationen aus ultradünnen Schichten. Jedes Mal wurde eine der äußeren Schichten auf die gleiche Weise erwärmt. „Abhängig vom verwendeten Material hat sich die Ausbeute des Spin-Stroms aber deutlich unterschieden“, sagt Böhnke. „Das liegt an der elektronischen Struktur der verwendeten Materialien.“ Aufgrund von theoretischen Annahmen konnten die Forscher so die geeigneten Materialien mit der passenden elektronischen Struktur finden. Die gemessene Spin-Strom-Ausbeute war bis zu zehnfach höher als mit den bisher verwendeten Materialien. Besonders ergiebig sind laut den Forschern magnetische Nanostrukturen aus speziellen Verbindungen, die aus Cobalt, Eisen, Silizium und Aluminium bestehen.

Die Experimente der Bielefelder Physiker liefen in enger Kooperation mit dem Team um Professor Dr. Markus Münzenberg von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald und Professor Dr. Christian Heiliger von der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Dr. Andy Thomas forschte zunächst an der Universität Bielefeld an dem Thema und setzt seine Forschungen jetzt am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden fort.

Die Studie ist in einem Projekt des Schwerpunktprogramms „Spin Caloric Transport“ (SpinCaT) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entstanden. Die Arbeitsgruppe „Dünne Schichten und Physik der Nanostrukturen“ ist an vier Projekten des Programms beteiligt, das im Juni dieses Jahres abgeschlossen wurde.

Originalveröffentlichung:
Alexander Böhnke, Ulrike Martens, Christian Sterwerf, Alessia Niesen, Torsten Hübner, Marvin von der Ehe, Markus Meinert, Timo Kuschel, Andy Thomas, Christian Heiliger, Markus Münzenberg, Günter Reiss:  Large magneto-Seebeck effect in magnetic tunnel junctions with half-metallic Heusler electrodes. Nature Communications. http://doi.org/10.1038/s41467-017-01784-x, erschienen am 20. November 2017.

Weitere Informationen:
•    „Physiker finden neue Erklärung für Schlüsselexperiment“ (Pressemitteilung vom 23.09.2015): http://bit.ly/2wbzOdi
•    „Eine heiße Alternative zum elektrischen Strom“ (Pressemitteilung vom 20.04.2014): http://bit.ly/2wLRaPq
•    „Mit Wärme kann man rechnen“ (Pressemitteilung vom 25.07.2011):
http://bit.ly/2yQNpFx

Kontakt:
Dr. Timo Kuschel, Universität Bielefeld
Fakultät für Physik
Telefon: 0521 106-5423
E-Mail: tkuschel@physik.uni-bielefeld.de

Institut für Konflikt- und Gewaltforschung wird 20 Jahre (Nr. 165/2017)

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Andreas Zick: „Konfliktforschung sieht soziale Veränderungen oft früher als sie in öffentlichen Debatten auftauchen“

Extremismus, Konflikte und Gewalt prägen die Gegenwartsgesellschaft wie kaum zuvor. Das zeigen die Studien des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld. Vor 20 Jahren wurde das Institut eröffnet. Aus diesem Anlass tagt das IKG am morgigen Mittwoch, 22. November, am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld.


Andreas Zick leitet seit 2013 das Zentrum für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Foto: Universität Bielefeld
Prof. Dr. Andreas Zick leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung seit 2013. Foto: Universität Bielefeld
Auf der Tagung setzen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Forschungsfeldern auseinander und sie diskutieren über Lücken wie auch neue Ansätze und Methoden der Konflikt- und Gewaltforschung.
Die Forscherinnen und Forscher des IKG, die heute aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen stammen, betrachten Konflikte und Gewalt als wichtige Herausforderungen, aber auch po-tenzielle Katalysatoren für die Veränderung von Gesellschaften. „Wir untersuchen vor allem die Bedingungen, Ausdrucksformen und Konsequenzen von Konflikten und Gewalt innerhalb von Gesellschaften“, beschreibt Professor Dr. Andreas Zick die Agenda des Institutes, das er seit 2013 als Direktor leitet. Er ist der Nachfolger von Professor Dr. Wilhelm Heitmeyer. Der Soziologe und Erziehungswissenschaftler hatte das interdisziplinäre Forschungszentrum in Bielefeld aufgebaut und geleitet. 

Seit 16 Jahren prägt das IKG mit seinen Analysen zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ die Forschung und die öffentliche Diskussion über die Abwertung und Ausgrenzung schwacher Gruppen. Heute wird der Begriff auch in Medien und Politik verwendet. Er prägte die Strategien zur Stärkung der Demokratie in der letzten Bundesregierung. 

Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Institut für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld.
Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer gründete das Institut. Foto: Universität Bielefeld
Die Themen, die das IKG untersucht, sind oft nah am politischen Geschehen, ob es um Hass-Taten gegenüber Geflüchteten geht, soziale Proteste oder menschenfeindliche Überzeugungsmuster und Milieus. Viele neue Analysen des Instituts befassen sich mit der Radikalisierung junger Menschen – etwa durch (neo-)salafistische Propaganda – und tragen zur Prävention bei. Das IKG ist ebenfalls bekannt für seine Studien zu Gewalt im Fußball. 

Überregionale Medien bitten Andreas Zick häufig um seine Einschätzung. „Wir werden von Medien angefragt, weil Konfliktforschung soziale Veränderungen oft früher sieht als sie in öffentlichen Debatten auftauchen“, sagt Zick. „Hinzu kommt, dass Konflikten und Gewalt am besten zu begegnen ist, wenn man wissenschaftliche Erkenntnisse heranzieht. Und da wir die Meinung von Bürgern wissen wollen, geben wir unsere Erkenntnisse auch gerne zurück und stellen uns öffentlichen Debatten.

Meilensteine des Instituts für interdisziplinäre  Konflikt- und Gewaltforschung:

18.12.1996: Das IKG wird gegründet.
16.04.1997: Das Institut wird mit dem Symposium „Gesellschaftliche Entwicklungen, wissenschaftliche Verantwortung und Gewalt“ feierlich eröffnet.
2002: Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, damaliger IKG-Direktor, gibt den ersten Band der Reihe „Deutsche Zustände“ heraus. In zehn Büchern präsentiert eine Forschungsgruppe jährlich bis 2012 die Entwicklung der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Deutschland.
2007: Das IKG bringt erstmals die Open-Access-Zeitschrift „International Journal of Conflict and Violence“ (IJCV) heraus.
2013: Prof. Dr. Andreas Zick wird vom Vorstand des Instituts zum neuen Direktor gewählt.
2015: Evaluation des IKG durch unabhängige wiss. Gutachten und Beschluss des Rektorates, das IKG für weitere acht Jahre als Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bielefeld zu führen.
2015: Das IKG ruft mit dem Rektorat der Universität Bielefeld die universitätsweite Kampagne „Uni ohne Vorurteile“ ins Leben. Die Kampagne soll die Gleichwertigkeit und Antidiskriminierung aller Beschäftigten, Studierenden und Dozenten der Universität befördern.
2016: Prof. Dr. Andreas Zick erhält den Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Der Preis zeichnet Wissenschaftler aus, die ihre Forschung vorbildlich in der Öffentlichkeit vermitteln.

Weitere Informationen:
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung: www.uni-bielefeld.de/ikg

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Zick, Universität Bielefeld
Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Telefon 0521 106-2442
E-Mail: sekretariat.ikg@uni-bielefeld.de

Universitätsorchester: Klavierabend und Weihnachtskonzert (Nr. 166/2017)

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27. November und 11. Dezember im Audimax der Universität

Das Universitätsorchester bietet im November und Dezember zwei Konzerte im Audimax der Universität Bielefeld an. Am 27. November ist der Pianist Matthias Schneider zu Gast, am 11. Dezember gibt es das Weihnachtskonzert mit den Solistinnen Lara Venghaus und Miriam Ludewig. Die Konzerte beginnen um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.


Klavierabend mit Matthias Schneider
Matthias Schneider
Matthias Schneider

Der studierte Pianist und Mediziner Matthias Schneider wird am Montag, 27. November, im Audimax der Universität Bielefeld Werke von Bach, Beethoven, Liszt und Chopin spielen. Das Universitätsorchester hat ihn im Rahmen seiner Konzertreihe eingeladen. Der Klavierabend beginnt um 20 Uhr.

Matthias Schneider erhielt im Jahr 2000 den ersten Preis beim offenen Thürmer-Klavierwettbewerb in Bochum und war Bundessieger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Bereits mit 15 Jahren wurde er in die Vorklasse von Professorin Shoshana Rudiakov an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart aufgenommen. Er beschloss sein Studium dort mit dem Diplom.

Matthias Schneider trat vielfach als Solist verschiedener Orchester in Klavierkonzerten mit Werken von Bach, Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy, Grieg, Liszt und Rachmaninov in Erscheinung.



Weihnachtskonzert: Wie uns die Alten sungen

Zum Weihnachtskonzert lädt das Universitätsorchester Bielefeld im Rahmen seiner Konzertreihe ins Audimax ein. Unter dem Titel „Wie uns die Alten sungen“ präsentieren die Sopranistin Lara Venghaus und die Mezzosopranistin Miriam Ludewig am 11. Dezember um 20 Uhr ein unterhaltsames und zugleich besinnliches Festkonzert. Auf dem Programm stehen sowohl bekannte Arien aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium und Mozarts c-Moll-Messe als auch Kunstlieder aus dem Schemelli-Gesangbuch oder von Hugo Wolf sowie bekannte romantische Weihnachtslieder. Unterstützt werden die jungen Sängerinnen von einem Instrumentalensemble bestehend aus Marvin Milleschewski (Oboe), Rachel Greschke (Violine), Philipp Hamer (Violoncello) und Michael Hoyer (Klavier).

Sopranistin Lara Venghaus. Foto: J. Müller
Sopranistin Lara Venghaus. Foto: J. Müller
Mezzosopranistin Miriam Ludewig
Mezzosopranistin Miriam Ludewig



 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/universitaetsorchester

Kontakt:
Lara Venghaus
Universitätsorchester
Telefon: 0171 315 20 91
E-Mail: Uniorcherster@uni-bielefeld.de

Zum elften Mal Bielefelder Hörsaalslam (PE Nr. 167/2017)

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Dichterwettstreit am 29. November im Audimax 

Was als verrückte Idee begann, hat sich innerhalb der vergangenen Jahre zu einem der größten Poetry-Slam-Events im gesamten deutschsprachigen Raum entwickelt. Der Bielefelder Hörsaalslam findet am 29. November bereits zum elften Mal statt. Mit dabei sind ein amtierender deutschsprachiger Meister sowie diverse Final- und Halbfinalteilnehmerinnen und -teilnehmer des Slam 2017 und diverser Landesmeisterschaften. Moderieren wird erstmals der Slam-Poet Jason Bartsch.

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, über den Dichterwettstreit im Audimax der Universität Bielefeld zu berichten. Bitte melden Sie Ihre Teilnahme mit einer E-Mail an, damit entsprechend Plätze freigehalten werden können. Interviewanfragen richten Sie bitte ebenfalls an diese E-Mail-Adresse: campus-tv@uni-bielefeld.de.

Wann: Mittwoch, 29. November, Einlass ab 19.30 Uhr, Beginn 20 Uhr
Wo: Universität Bielefeld, Audimax

Hintergrundinformationen zum Hörsaalslam:
Im Jahr 2011 richtete das Bielefelder Hochschul-Fernsehmagazin Campus TV zum ersten Mal einen Slam in der Universität Bielefeld aus. Bereits die erste Ausgabe sorgte für so viel Zuspruch, dass der Slam kurzfristig aus dem kleinen Hörsaal 12 in den größeren Hörsaal 1 verlegt werden musste. Seit der dritten Ausgabe findet der Slam im Audimax statt. Jedes Mal kommen mehr als 1.200 Zuschauerinnen und Zuschauer. Der im Audimax gefilmte Auftritt der Poetry Slammerin Julia Engelmann mit dem Titel „One Day/Reckoning (Eines Tages Baby werden wir alt sein)“ wurde über zehn Millionen Mal bei Youtube angeklickt. Alle Videos der vergangenen Slams sind hier zu finden: www.youtube.com/user/studitv

Wellenleiter-Chip und umweltschonende Chemikalienproduktion marktreif machen (Nr. 168/2017)

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Projekte mit Erfindungen der Universität Bielefeld werden gefördert 

Eine Erfindung aus der Fakultät für Physik und zwei Erfindungen aus der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld, alle drei zum Patent angemeldet, werden ab dem 1. Januar 2018 durch das Förderprogramm „NRW-Patent-Validierung“ unterstützt. Das hat die Patentverwertungsagentur PROvendis gestern (21.11.2017) bekanntgegeben. Die Förderung läuft über zwei Jahre und ermöglicht es den Forschenden, ihre Entwicklungen marktreif zu machen. In der Physik soll ein Wellenleiter-Chip hochauflösende Bilder liefern. Das Projekt aus der Chemie befasst sich mit umweltschonenden Produktionsverfahren zur Herstellung von Nitril-Industriechemikalien.


„Erfindungen und Patente sind ihrer Zeit oft weit voraus“, sagt Dr. Inga Marin, zuständig für die Betreuung von Erfindungen und Patenten an der Universität Bielefeld. „Für Unternehmen kann es zu risikoreich sein, bereits vor dem Machbarkeitsnachweis in ein Projekt zu investieren.“ Die NRW-Patent-Validierung soll daher die Anwendungsreife von Hochschulerfindungen steigern. Die beiden Bielefelder Projekte werden jeweils mit rund 200.000 Euro gefördert.

Dr. Mark Schüttpelz entwickelt ein Verfahren für die hochauflösende Mikroskopie. Foto: Universität Bielefeld
Dr. Mark Schüttpelz entwickelt ein Verfahren für die hochauflösende Mikroskopie. Foto: Universität Bielefeld

„Nanoskopie mit photonischen Wellenleiter-Chips“
Das Projekt wird von Dr. Mark Schüttpelz aus der Arbeitsgruppe „Biomolekulare Photonik“ von Professor Dr. Thomas Huser an der Fakultät für Physik geleitet. In der Mikroskopie werden Nanoskope eingesetzt, um eine Super-Auflösung im Bereich von 20 bis 30 Nanometer zu erreichen. Sie sind damit zehnmal schärfer als herkömmliche Lichtmikroskope. Die Nanoskopie ist jedoch verbunden mit sehr hohen Kosten für die Geräte, weil sie sehr komplex ist. Das bedeutet auch, dass die Anwenderinnen und Anwender sehr gut ausgebildet sein müssen. Diese Einschränkungen haben bislang dazu geführt, dass die Nanoskopie keinen Einzug in Standardlabore in der Biologie und Medizin, in Krankenhäusern, Analyselabore und Forschungseinrichtungen gehalten hat, sondern weltweit nur wenige spezialisierte Einrichtungen über diese Technik verfügen.

In dem Projekt geht es vor allem darum, durch Verwendung von neuartigen photonischen Wellenleiter-Chips den experimentellen Aufwand deutlich zu reduzieren. Ziel soll es sein, einen anwendungsfreundlichen, robusten, kostengünstigen und funktionalen Chip weiterzuentwickeln. Außerdem sollen neue Anwendungsgebiete für die Wellenleiter-Chip-Technologie gefunden werden. Darüber hinaus wird ein Nanoskop zum vollautomatischen Auslesen der Wellenleiter-Chips und zur Erzeugung super-aufgelöster Bilder entwickelt, das bereits während der Projektlaufzeit als Vorführgerät eingesetzt werden kann. Die Universität Bielefeld hat das Verfahren 2016 gemeinsam mit der Universität Tromsö (Gemeinschaftserfindung) zum Patent angemeldet - erst in Großbritannien, dann weltweit.

Prof. Dr. Harald Gröger erforscht, wie Nitrile effizient und umweltfreundlich erzeugt werden können. Foto: Universität Bielefeld
Prof. Dr. Harald Gröger erforscht, wie Nitrile effizient und umweltfreundlich erzeugt werden können. Foto: Universität Bielefeld
„Nachhaltige Produktion von Nitril-Industriechemikalien“

Das Projekt wird von Professor Harald Gröger aus der Fakultät für Chemie geleitet. In der Chemieindustrie haben Nitrile eine herausragende Bedeutung, zum Beispiel für die Herstellung von Arzneistoffen und für Bulk- und Basischemikalien. Häufig basiert die Nitril-Herstellung auf dem Einsatz hochgiftiger Zyanide.

Zwei Patentanmeldungen der Universität Bielefeld beschreiben eine alternative und umweltfreundliche Technologieplattform zur Herstellung von Nitrilen. Die entwickelten Verfahren basieren auf der Idee einer zyanidfreien und ressourcenschonenden Herstellung. Hierzu werden chemisch gut zugängliche Aldehyde mit Hydroxylamin als äußerst preiswerter Massenchemikalie zu sogenannten Aldoximen als Zwischenstufen umgesetzt. Mit Enzymen beziehungsweise einem Kupfersalz als Katalysatoren werden die Aldoxime wiederum in Nitrile umgewandelt. Die weitere Optimierung dieser Technologieplattform soll in dem Projekt vorangetrieben und ein Prototyp für den Einsatz in der Industrie entwickelt werden. Die Verfahren wurden 2016 und 2017 zum Patent angemeldet – zunächst in Deutschland, dann weltweit.

Das Förderprogramm „NRW-Patent-Validierung“ unterstützt Projekte von Hochschulen zur Weiterentwicklung mit relevantem Marktpotenzial. Die Erfindung, die Kern des Validierungsvorhabens ist, muss im Namen einer NRW-Hochschule bereits zum Patent angemeldet sein.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung von PROvendis (21.11.2017): http://bit.ly/2A2hUtF
Förderaufruf: www.efre.nrw.de/wege-zur-foerderung/weitere-foerderprogramme/efre-foerderaufruf-nrw-patent-validierung
Hinweise des Projektträgers Jülich: www.ptj.de/patentvalidierung

Kontakt:
Dr. Mark Schüttpelz
Fakultät für Physik
Telefon: 0521 106-5445
E-Mail: schuettp@physik.uni-bielefeld.de

Professor Dr. Harald Gröger
Fakultät für Chemie
Telefon: 0521 106- 2057  
E-Mail: harald.groeger@uni-bielefeld.de 

30 Jahre Erasmus: Feier in der Uni-Halle (Nr. 169/2017)

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International Office lädt zum Jubiläumsfest am 29. November ein

Ein Praktikum in Portugal, ein Studiensemester in Schweden oder woanders in Europa: Das Erasmus-Programm ermöglicht verschiedenste Erfahrungen in Europa und das seit mittlerweile 30 Jahren. Zwei Beispiele: Pro Jahr gehen etwa 200 Studierende der Universität Bielefeld mit dem Erasmus-Programm ins europäische Ausland. Ungefähr 120 internationale Studierende kommen pro Jahr nach Bielefeld. Zum Jubiläum lädt das International Office am 29. November von 10 bis 16 Uhr zu „Erasmus feiert 30. Geburtstag“ in die Uni-Halle.

Das offizielle Logo des europäischen Erasmusprogramms zum 30. Geburtstag. Foto: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Das offizielle Logo des europäischen Erasmusprogramms zum 30. Geburtstag. Foto: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Studierende, die darüber nachdenken, ob ein Auslandsaufenthalt das Richtige ist, können bei der Feier mit ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Programms sprechen, die schon in einem anderen europäischen Land gearbeitet oder studiert haben. Auch internationale Studierende, die zurzeit mit dem Programm an der Universität Bielefeld sind, erzählen Neugierigen etwas darüber, was Erasmus für sie bedeutet. Wer sich für einen Auslandsaufenthalt in einem gezielten europäischen Land interessiert, erfährt mehr bei den Länderbotschafterinnen und Länderbotschaftern an einem der Info-Tische. Neben diesen Informationen können die Besucherinnen und Besucher beim Europa-Quiz und Tischtennisrundlauf Preise gewinnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem International Office beantworten während der gesamten Feier Fragen. Musikalisch begleitet der Profi-Saxophonist Lars Stroemer aus Hannover die Feier, der während seines Studiums selbst Erasmus-Student war.

Zwischen 12 und 13 Uhr berichten ehemalige Erasmus-Koordinatoren und Erasmus-Studierende in Interviews über ihre Erasmus-Erfahrungen. Zu diesem Termin sind Journalistinnen und Journalisten herzlich zur Berichterstattung eingeladen.

Weitere Informationen:
•    Seit 1987, also seit Beginn des Erasmus-Programms vor 30 Jahren, wird auch an der Universität Bielefeld das Programm angeboten.
•    Das Erasmus+-Programm an der Universität Bielefeld: www.uni-bielefeld.de/International/professoren-und-mitarbeiter/erasmus/
•    Das International Office: www.uni-bielefeld.de/(de)/International/IO

Kontakt:
Karin Kruse, Universität Bielefeld
International Office, Erasmus-Hochschulkoordinatorin
Telefon: 0521 106-4087
E-Mail: auslandsaufenthalt@uni-bielefeld.de


Bachs Weihnachtsoratorium in der Oetkerhalle (Nr. 170/2017)

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Festkonzert des Universitätschores: Kartenvorverkauf hat begonnen

Der Universitätschor Bielefeld lädt am Freitag, 15. Dezember, um 20 Uhr in die Rudolf-Oetker-Halle zum Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ein. Erklingen werden die Teile I-III+VI. Vier international anerkannte Solistinnen und Solisten sind zu hören: Catalina Bertucci (Sopran), Barbara Erni (Alt), Markus Schäfer (Tenor) und Julian Orlishausen (Bass). Das Barockorchester L´Arco aus Hannover begleitet die Sängerinnen und Sänger. Die Gesamtleitung liegt bei Dorothea Schenk. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.


Bachs Weihnachtsoratorium soll auf die Festtage einstimmen. Foto: N. Ackermeier
Bachs Weihnachtsoratorium soll auf die Festtage einstimmen. Foto: N. Ackermeier
Die Ausführenden freuen sich darauf, die Zuhörerinnen und Zuhörer mit diesem 1734 komponierten festlichen Oratorium auf das Weihnachtsfest einzustimmen und gleichzeitig das 40-jährige Bestehen des Universitätschores Bielefeld zu feiern. Zahlreiche Jahrgänge von Studierenden haben in den vergangenen 40 Jahren mit Freude und Engagement das Angebot der Universität wahrgenommen, große oratorische Werke im Universitätschor einzustudieren und aufzuführen – häufig zum ersten Mal in ihrem Leben. Der 1977 von Professor Dr. Werner Hümmeke gegründete Chor wurde 2006 von Dorothea Schenk übernommen.

Eintrittskarten sind ab sofort bei folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich: Tourist-Information im Neuen Rathaus (Tel. 0521 516998), Buchhandlung Luce (Universität, Tel. 0521 102773), Neue Westfälische, Niedernstraße 21 (Tel. 0521 555444), Westfalen-Blatt, Oberntorwall 24 (Tel. 0521 5299641), konTicket (Tel. 0521 66100). Restkarten an der Abendkasse ab 19 Uhr.

Eintritt: 25/ 20/ 16/ 12 Euro (Ermäßigung für Schüler und Studenten um 2,50 Euro)

Neue Vorlesungsreihe zu Ehren von Norbert Elias (Nr. 171/2017)

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Auftakt mit zwei renommierten Wissenschaftlern aus Frankreich  

Norbert Elias-Lectures: Mit dieser Vorlesungsreihe präsentiert die Universität Bielefeld ab diesem Semester international renommierte Forscherinnen und Forscher der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Namensgeber der Reihe ist der Kultur- und Gesellschaftstheoretiker Norbert Elias, bedeutender Soziologe des 20. Jahrhunderts und Träger der Ehrendoktorwürde der Universität Bielefeld. In diesem Wintersemester kommen der Historiker Professor Dr. Roger Chartier und der Soziologe und Schriftsteller Professor Dr. Didier Eribon aus Frankreich nach Bielefeld.


„Norbert Elias war und ist eng mit dem Profil der Universität Bielefeld verbunden. Von hier aus hat er seine weltweite Wirkung entfaltet. Genau das möchten wir mit der neuen Vorlesungsreihe herausstellen“, sagt Professor Dr. Klaus-Michael Bogdal von der Fakultät  für Linguistik und Literaturwissenschaft. Er verantwortet die Norbert Elias-Lectures. Für diese werden internationale Forscherpersönlichkeiten für jeweils einen öffentlichen Abendvortrag und ein Seminar mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern an die Universität Bielefeld eingeladen.

Prof. Dr. Roger Chartier.Foto: Collège de France
Prof. Dr. Roger Chartier. Foto: Collège de France
Den Auftakt macht im Dezember Professor Dr. Roger Chartier. Der Historiker am Collège de France aus Paris ist ein einflussreicher Begründer der kulturwissenschaftlichen Literalitätsforschung. Er schuf in der Vergangenheit innovative interdisziplinäre Verbindungen zwischen Geschichts- und Literaturwissenschaft und der Soziologie. Norbert Elias begegnete er noch persönlich am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) an der Universität Bielefeld.

Das Thema seines Vortrags in englischer Sprache lautet „Literary Criticism and Cultural History. Readers‘ Reception and Materiality of the Text“ („Literaturkritik und Kulturgeschichte. Leserwahrnehmung und Materialität des Textes“). Chartier referiert am Dienstag, 5. Dezember, ab 18 Uhr im Hörsaal 14 im Universitätshauptgebäude.




Prof. Dr. Didier Eribon. Foto: Patrice Norman Opale Leemage
Prof. Dr. Didier Eribon. Foto: Patrice Norman Opale Leemage
Am 9. Januar 2018 kommt Professor Dr. Didier Eribon, Universität Amiens (Frankreich), als zweiter Gast der Norbert Elias-Lectures nach Bielefeld. Der Soziologe hat 2016 in seinem internationalen Bestseller „Rückkehr nach Reims“ den Zerfall der heutigen französischen Gesellschaft auf eine sehr eindringliche Weise offengelegt. Daran anknüpfend legt er in seinem neuen Buch „Gesellschaft als Urteil“ eine Analyse der Ungerechtigkeiten des französischen Bildungssystems vor.

Um „Sie und Wir: Nachdenken über Herrschaftsweisen und Widerstandsformen – zu Ehren Norbert Elias“ (in englischer Sprache) geht es in seinem Vortrag am Dienstag, 9. Januar, 18 Uhr im Raum X-E0-001 im X-Gebäude.

Norbert Elias gilt als einer der bedeutendsten Kultur- und Gesellschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts. Dieser Erfolg war dem 1933 aus Deutschland vertriebenen Juden nicht vorgezeichnet. Ab 1971 forschte er regelmäßig an der Universität Bielefeld. Von 1978 bis 1984 arbeitete er als sogenannter Permanent Fellow am ZiF, dort vor allem in der Arbeitsgruppe „Philosophie und Geschichte“ unter der Leitung von Reinhart Koselleck, und unter der Leitung des Germanisten Wilhelm Voßkamp in der Forschergruppe „Funktionsgeschichte literarischer Utopien“. 1980 zeichnete ihn die Universität Bielefeld mit der Ehrendoktorwürde aus. Elias forschte unter anderem zum Außenseitertum, zu Theorien darüber, wie sich die Zivilisation im geschichtlichen Wandel entwickelt, zur höfischen Gesellschaft und zum gesellschaftlichen Stellenwert von Literatur. Elias wurde 1897 in Breslau geboren. Er starb 1990 in Amsterdam.

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal, Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Telefon: 0521 106-3710
E-Mail: klaus_michael.bogdal@uni-bielefeld.de   

Neuer Sonderforschungsbereich: Das Individuum und seine ökologische Nische (Nr. 172/2017)

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Universitäten Bielefeld und Münster kooperieren für Transregio-Verbund

Ein neuer Transregio-Sonderforschungsbereich (SFB-TRR) mit dem Kurznamen „NC3“ soll die Teildisziplinen Verhaltensbiologie, Ökologie und Evolutionsbiologie verknüpfen. Sein Ziel: Zeigen, wie es Lebewesen individuell gelingt, sich an ihre Umwelt anzupassen und so ihre eigene ökologische Nische zu finden und zu nutzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den SFB-TRR 212 nun bewilligt. Sie fördert die neue Forschungseinrichtung ab Januar 2018 für vier Jahre mit insgesamt rund 8,5 Millionen Euro. Der Verhaltensforscher Professor Dr. Oliver Krüger von der Universität Bielefeld ist Sprecher. Der Evolutionsbiologe Professor Dr. Joachim Kurtz von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist sein Stellvertreter.

Prof. Dr. Oliver Krüger
Prof. Dr. Oliver Krüger ist Sprecher des neuen Transregio-Sonderforschungsbereichs. Foto: Universität Bielefeld
Individuen unterscheiden sich. Diese vermeintlich triviale Aussage – vor 2400 Jahren schon von Aristoteles geäußert – steht für eine neue Leitvorstellung in der organismischen Biologie, die sich mit der Vielfalt der Lebewesen und ihren Beziehungen beschäftigt. „Sie geht damit weg vom Fokus auf Durchschnitts- und andere Mittelwerte einer Population oder Art. Vielmehr stellt sie heraus, dass Tiere und andere Lebewesen individuelle Fähigkeiten mitbringen und ausbilden, mit denen sie jeweils unterschiedlich in ihrer Umwelt bestehen“, sagt Oliver Krüger.

„Unser Ziel ist es, das Nischenkonzept auf der Ebene des Individuums zu definieren“, sagt Krüger. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die genetische Ausstattung von Lebewesen ebenso wie ihr jeweiliges Erscheinungsbild (Phänotyp). Joachim Kurtz erklärt: „Die zentrale Annahme ist, dass die Interaktion von individuellen Phänotypen und der Umwelt zu individualisierten Nischen führt, und zwar über drei Prozesse der Anpassung: Nischenwahl, Nischenkonformität und Nischenkonstruktion." Dafür arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen in 19 Teilprojekten zusammen. Sie kommen nicht nur aus der Verhaltensforschung, Ökologie und Evolutionsbiologie. Weitere beteiligte Disziplinen sind zum Beispiel Philosophie, Statistik und die Theoretische Biologie.

Die Leitvorstellung, dass Lebewesen sich als Individuen unterscheiden, hat die Forschung in mehreren Teildisziplinen der Biologie massiv beeinflusst. So hat die Verhaltensbiologie das Konzept der Tierpersönlichkeit begründet, um stabile Unterschiede im Verhalten von Individuen zu erforschen. Die Ökologie hebt heute hervor, dass sich einzelne Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen spezialisieren und dass damit die ökologische Nische einer Art oder eine Population feiner gegliedert ist als bisher dargestellt. Für die Evolutionsbiologie waren die Unterschiede zwischen Individuen einer Art oder Population immer schon bedeutend. Sie stellt aber heute stärker heraus: „Zu welchen Phänotypen die genetische Ausstattung führt, das ist stärker von der Umwelt abhängig als lange Zeit angenommen“, sagt Kurtz.

„NC3“, der Name des Transregio-Sonderforschungsbereichs, steht für „A Novel Synthesis of Individualisation across Behaviour, Ecology and Evolution: Niche Choice, Niche Conformance, Niche Construction“ (Eine neue Verbindung der Individualisierung  über Verhalten, Ökologie und Evolution hinweg: Nischenwahl, Nischenkonformität und Nischenkonstruktion).

Sonderforschungsbereiche sind langfristig angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Sie werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert und ermöglichen die Bearbeitung anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben. Die Dauer der Förderung beträgt im Idealfall zwölf Jahre, wobei eine Förderperiode vier Jahre umfasst. Transregio-Sonderforschungsbereiche (kurz: SFB/TRR) werden von zwei oder drei Hochschulen gemeinsam beantragt, die etwa gleichgewichtig im Verbund vertreten sind.

An der Universität Bielefeld gibt es durch die Bewilligung des SFB-TRR 212 jetzt vier Sonderforschungsbereiche (SFB). Im SFB 1288 befassen sich Forschende unter anderem aus Geschichte, Soziologie und Literaturwissenschaft mit Praktiken des Vergleichens. Der SFB 1283 widmet sich aus mathematischer Sicht der Erforschung des Zufalls. Die Physikerinnen und Physiker im SFB TRR 211 beschäftigen sich mit stark wechselwirkender Materie unter extremen Bedingungen (Verbund mit Goethe-Universität Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt).

Weitere Informationen:
Die Pressemitteilung der DFG zu neu bewilligten Sonderforschungsbereichen:
www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2017/pressemitteilung_nr_48

Kontakt:
Prof. Dr. Oliver Krüger, Universität Bielefeld
Fakultät für Biologie / Verhaltensforschung
Telefon: 0521 106-2842
E-Mail: oliver.krueger@uni-bielefeld.de

Presseeinladung zum Absolvententag am 1. Dezember (PE Nr.173/2017

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Universität Bielefeld erwartet 4.500 Gäste

Roter Teppich, ein illuminiertes Gebäude X und der Sektempfang mit dem Rektor, Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer – die Gäste beim Absolvententag der Universität Bielefeld erwartet ein feierliches Ambiente und individuelle Fakultätsprogramme. Am Freitag, 1. Dezember, steht der Absolventenjahrgang 2017 im Mittelpunkt. Rund 1.500 Absolventinnen und Absolventen und die Familien und Freunde feiern gemeinsam mit dem Rektorat den Studienabschluss.

Die Feiern der 13 Fakultäten und der Bielefeld School of Education (BiSEd) beginnen wie gewohnt in den Hörsälen und in der Sporthalle, und zwar in zwei Durchgängen von 14 bis 16.30 Uhr und von 17 bis 19 Uhr. In dieser Zeit werden in zahlreichen Fakultäten auch Preise für außergewöhnliche Studienleistungen vergeben. Die Gäste werden danach über den roten Teppich vom Hauptgebäude ins Gebäude X geleitet. Dort treffen sie in der Mensa für einen Sektempfang mit dem Rektor zusammen, der sie offiziell verabschiedet. Auch die Verabschiedung findet zweimal statt, ab 16.30 Uhr und ab 19 Uhr.

Pressevertreterinnen und Pressevertreter sind herzlich eingeladen, von der Veranstaltung zu berichten. Bitte melden Sie sich per Mail an: medien@uni-bielefeld.de.


Pressetermin:
Sektempfang mit dem Rektor
Datum: 1. Dezember
Ort: Universität Bielefeld, Gebäude X, Mensa
Zeit: 16.30 Uhr oder 19 Uhr

Besondere Preisverleihungen der Fakultäten

  • Ca. 14.30 Uhr, Hörsaal 13: Fakultät für Chemie; Förderpreis der Friedrich Wilhelm Helweg-Stiftung für hervorragende Masterarbeiten und Masterpreis der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM)
  • Ca. 16 Uhr, Hörsaal 7: Fakultät für Biologie; Auszeichnung der Deutschen Botanischen Gesellschaft, der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) sowie der Helweg-Stiftung.
  • Ca. 18 Uhr, Hörsaal 4: Fakultät für Gesundheitswissenschaften; Verleihung der AOK-Förderpreise
  • Ca. 18.50 Uhr, Hörsaal 12: Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie; Verleihung des Claudia-Huerkamp-Preises zur Förderung von Karrieren von Wissenschaftlerinnen.


Weitere Informationen im Internet:

www.uni-bielefeld.de/absolvententag

Alles global? Studierende und Universitäten im Wandel (Nr. 174/2017)

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Internationale Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)

Weltweit verändern sich die Hochschulen und ihre Studierenden. In immer mehr Ländern können und wollen immer mehr junge Menschen studieren. Die Studierenden werden mobiler, viele gehen für ihr Studium ins Ausland. „Globale Studierende“ sind zu einem eigenen Forschungsthema geworden. Diesem widmet sich die Tagung „Global Students: Mapping the Field of University Lives“ („Globale Studierende: Leben an der Universität weltweit”) vom 7. bis 9. Dezember am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. Den Hauptvortrag hält Professorin Dr. Johanna Waters von der Universität Oxford.


Prof. Dr. Johanna Waters. Foto: Universität Oxford
Prof. Dr. Johanna Waters. Foto: Universität Oxford
Bildung und Mobilität sind traditionell eng verknüpft. Im Zeitalter der Globalisierung gilt dies mehr denn je. So sind Universitäten Orte, an denen Studierende aus unterschiedlichsten Ländern zusammenkommen. Welche Erfahrungen machen diese Studierenden? Sind sie nur Kunden eines sich globalisierenden Hochschulsystems? Können sie die Zukunft der Universitäten mitgestalten? Wie hängen die zunehmende Heterogenität der Studierenden – etwa in Bezug auf Klasse, Geschlecht, Ethnizität, Religion, Leben mit Behinderungen  oder spezifischer Orientierungen – mit Erfahrungen von Zugehörigkeit oder Fremdheit zusammen?

Diese Fragen stehen im Mittelpunt der Tagung, die Professorin Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka (Universität Bielefeld), Professorin Dr. Andrea Kölbel (Freie Universität Berlin) und Professorin Dr. Susan Thieme (Universität Bern, Schweiz) leiten. Sie haben dazu internationale Referentinnen und Referenten unter anderem aus Soziologie, Sozialanthropologie, Erziehungswissenschaft und Geographie eingeladen. „Die unterschiedlichen Forschungsansätze der Tagungsteilnehmer werden uns helfen, das sich globalisierende Feld ‚Leben an Universitäten‘ zu kartieren“, so die Organisatorinnen.

Professorin Dr. Johanna Waters von der Universität Oxford (Großbritannien) hält am Donnerstag, 7. Dezember, einen öffentlichen Vortrag über das Phänomen TNE: „Transnational Education“, Studierende, die nicht in dem Land leben, in dem sich die Institution befindet, an der sie studieren – etwa über ein Fernstudium. „An diesem Phänomen lassen sich alle Fragen rund um studentische Mobilität, internationale Zusammenarbeit und multinationale Universitäten diskutieren“, so die Forscherin. Der Titel ihres Vortrags lautet: „Räumlichkeiten und Zeitlichkeiten transnationaler Bildung: alternative Rhythmen, Formen und Leben“ („Spatialities and temporalities of transnational education: alternative rhythms, shapes and lives”). Der Vortrag in englischer Sprache findet von 18 bis 19 Uhr im ZiF-Plenarsaal statt.
 
Tagungsort ist das ZiF, Methoden 1. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen. Professorin Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka beantwortet vorab Medienanfragen zum Thema der Tagung.

Weitere Informationen:
Das ausführliche Tagungsprogramm:
www.uni-bielefeld.de/(en)/ZIF/AG/2017/12-07-Pfaff-Czarnecka_Programm.pdf

Kontakt:
Prof. Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka, Universität Bielefeld
Fakultät für Soziologie
Telefon: 0521 106-4640
E-Mail: joanna.pfaff@uni-bielefeld.de
 

Splitter zum Absolvententag 2017 (Nr. 175/2017)

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Außergewöhnliches, Bemerkenswertes und Erstaunliches zum 1. Dezember 

Eine Universität, 13 Fakultäten und die Bielefeld School of Education (BiSEd) feiern eine zentrale Absolventenfeier. Foto: Universität Bielefeld / R. Litera
Eine Universität, 13 Fakultäten und die Bielefeld School of Education (BiSEd) feiern eine zentrale Absolventenfeier. Foto: Universität Bielefeld / R. Litera
Gäste
  • Rund 3.000 Absolventinnen und Absolventen des Jahres 2017 sind eingeladen.
  • Rund 5.000 Gäste werden am Absolvententag erwartet

Roter Teppich
  • 550 Meter Roter Teppich auf dem Universitätsgelände
  • 250 Flammschalen 
  • 40 Spots für den Roten Teppich



6.000 Gläser stehen beim Absolvententag bereit. Foto: Universität Bielefeld / R. Litera
6.000 Gläser stehen beim Absolvententag bereit. Foto: Universität Bielefeld / R. Litera

Musik und Deko

  • Band: WannaBeatz
  • 14 Banner der Fakultäten und Einrichtungen werden am Gebäude X angebracht.
  • Das Gebäude X ist illuminiert.

Essen und Getränke in der Mensa

  • 700 Flaschen Sekt
  • 1.600 Brezeln
  • 600 Portionen Flammkuchen
  • 40 Meter Tresen

Acht Pagen

  • Geleiten die Gäste auf unterhaltsame Art ins Gebäude X (Firma: EventComedy aus Köln)
  • Treffpunkt: 16.30 und 19 Uhr, Universitätshalle

Social Media

  • An die Absolventinnen und Absolventen werden kleine Bilderrahmen verteilt. Während der Abschlussfeier können sie Fotos machen und sie unter dem Hashtag #absolvententag2017 in den sozialen Netzwerken posten.

Besondere Präsente

Alle Absolventinnen und Absolventen der Technischen Fakultät erhalten eine Packung mit individuell bedruckten „M&Ms“. Foto: Universität Bielefeld
Alle Absolventinnen und Absolventen der Technischen Fakultät erhalten eine Packung mit individuell bedruckten „M&Ms“. Foto: Universität Bielefeld
An der Fakultät für Erziehungswissenschaft erhält jede Absolventin und jeder Absolvent einen Fakultätskeks, gebacken von der Organisatorin Dr. Odette Selders. Foto: Universität Bielefeld
An der Fakultät für Erziehungswissenschaft erhält jede Absolventin und jeder Absolvent einen Fakultätskeks, gebacken von der Organisatorin Dr. Odette Selders. Foto: Universität Bielefeld

    

 

 

 

 

 

 

 

 

UniShop

  • Passend zum Absolvententag öffnet der neue UniShop in der zentralen Universitätshalle. Besucherinnen und Besucher finden im Sortiment neben Textilien mit Universitätsemblem auch Geschenkartikel wie Notizbücher, Kulturbeutel, Tassen oder Schneekugeln. Auch Gutscheine und ein Verpackungsservice sind im Angebot. Heute (01.12.2017) ist der UniShop durchgehend bis 20 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen:
www.uni-bielefeld.de/absolvententag

Termine der Preisverleihungen:
http://bit.ly/2zUfpgl 

Jetzt bewerben für zulassungsbeschränkte Studiengänge (Nr. 176/2017)

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Bewerbungen für das Sommersemester 2018 bis zum 15. Januar möglich 

Die Bewerbungsfrist für die zulassungsbeschränkten Studiengänge an der Universität Bielefeld ist gestartet. Von Bildungswissenschaften über Germanistik bis hin zu Texttechnologie und Computerlinguistik können sich die Studieninteressierten für alle zulassungsbeschränkten Bachelor- und Masterstudiengänge über das Onlinebewerbungsportal www.uni-bielefeld.de/bewerbung bewerben. Die Bewerbungsfrist für das Sommersemester 2018 endet am 15. Januar. Eine Einschreibung in die zulassungsfreien Studiengänge ist ab dem 1. Februar möglich.

Bis zum 15. Januar können sich Studieninteressierte für zulassungsbeschränkte Studiengänge bewerben. Foto: Universität Bielefeld
Bis zum 15. Januar können sich Studieninteressierte für zulassungsbeschränkte Studiengänge bewerben. Foto: Universität Bielefeld
Die Bewerbungen für Mehrfachstudiengänge erfolgt erstmalig über das Hochschul-Management-System HISinOne. Die Bewerbung für Masterstudiengänge ist davon weiterhin unberührt. Die Bewerbungsportale sind zentral über die Seite www.uni-bielefeld.de/bewerbung zu erreichen. Fragen zum Bewerbungsprozess beantwortet das Studierendensekretariat: www.uni-bielefeld.de/studierendensekretariat.

Für welche Fächer kann man sich im Sommersemester bewerben?
http://bit.ly/2BAiyPn

Zum 90. Geburtstag von Niklas Luhmann (Nr. 177/2017)

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Neue Publikation aus seinem Nachlass

Niklas Luhmann, einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Universität Bielefeld und einer der weltweit einflussreichsten Soziologen, wäre am 8. Dezember 2017 90 Jahre alt geworden. Seine umfassende Theorie der modernen Gesellschaft hat er im 1997 erschienenen Hauptwerk „Gesellschaft der Gesellschaft“ festgehalten. Der wissenschaftliche Nachlass Luhmanns zeigt aber, dass er in der 30-jährigen Arbeit an diesem Buch mehrere weitgehend druckreife Versionen verfasst hat, erstmals 1975. Diese Version veröffentlicht das Niklas Luhmann-Archiv der Universität Bielefeld nun unter dem Titel „Systemtheorie der Gesellschaft“ im Suhrkamp-Verlag. Aus diesem Anlass findet am 8. und 9. Dezember eine Tagung an der Universität Bielefeld statt, auf der der Text diskutiert wird.

Niklas Luhmann. Foto: Universität Bielefeld
Niklas Luhmann. Foto: Universität Bielefeld
„Wir wollen diese soziologisch reichhaltige Variante des einzigartigen Luhmannschen Forschungsprojekts bei der Tagung kritisch prüfen“, sagt Professor Dr. André Kieserling über die neue, 1100 Seiten umfassende, Publikation. Der Lehrstuhlnachfolger Luhmanns an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld leitet gemeinsam mit Johannes Schmidt die Tagung. Beide Soziologen koordinieren seit 2015 das von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderte Langzeitprojekt „Niklas Luhmann – Theorie als Passion“, in dem die Fakultät für Soziologie in Kooperation mit dem Universitätsarchiv und der Universitätsbibliothek sowie dem Cologne Center for eHumanities den wissenschaftlichen Nachlass Luhmanns erschließt.

Besonders Luhmanns Zettelkasten, eine Sammlung von etwa 90.000 von ihm handschriftlich angefertigten Notizzetteln mit einem komplexen Verweisungssystem, ist dabei Gegenstand der wissenschaftlichen Arbeit.

Daneben enthält der Nachlass aber auch eine überraschend große Zahl an bislang unbekannten Texten Luhmanns, die in den nächsten Jahren publiziert werden sollen. „Erst die Durchsicht des Manuskriptbestands hat gezeigt, dass Luhmann mehrfach neue Versionen seines Klassikers verfasst hat, die er zugunsten komplett neu erstellter Texte aber unpubliziert ließ. Nun können wir sie einem breiteren Publikum zugänglich machen“, erklärt André Kieserling. Die Tagung findet an beiden Tagen im X-Gebäude, Hörsaal E0-001, statt. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen.

Meilensteine: Niklas Luhmann an der Universität Bielefeld
•    1968 wird Niklas Luhmann als erster Professor der Universität Bielefeld berufen. Dort baut er die erste soziologische Fakultät im deutschsprachigen Raum auf. Er forscht und lehrt bis zu seiner Emeritierung 1993 an der Universität Bielefeld.
•    Er publiziert über 50 Monographien und 500 Aufsätze zu den unterschiedlichsten Themen.
•    1998 stirbt Luhmann in Oerlinghausen.
•    2011 erwirbt die Universität Bielefeld mit Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft den umfangreichen wissenschaftlichen Nachlass Luhmanns. Kernstück dieses Nachlasses ist der sogenannte Zettelkasten: Dieser besteht aus etwa 90.000 Notizzetteln Luhmanns zu seiner Theorieentwicklung, die er zwischen 1951 und 1996 anfertigte. Daneben umfasst der Nachlass über 150 bislang unveröffentlichte Manuskripte.
•    Seit 2015 erschließen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Nachlass Luhmanns im Langzeitprojekt „Niklas Luhmann – Theorie als Passion“. Dieses Projekt ist angesiedelt an der Universität Bielefeld. Es wird bis 2030 von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissen-schaften und der Künste gefördert.

Weitere Informationen:
•    Das Programm der Tagung:
www.uni-bielefeld.de/soz/luhmann-archiv/pdf/Tagung_NL-SdG_2017_Programm.pdf
•    Das Niklas Luhmann-Archiv der Universität Bielefeld:
http://www.uni-bielefeld.de/soz/luhmann-archiv/

Kontakt:
Professor Dr. André Kieserling, Universität Bielefeld
Fakultät für Soziologie
Telefon: 0521 106-4652
E-Mail: andre.kieserling@uni-bielefeld.de  

Ausgezeichnete Universitätsabschlüsse 2017 (Nr. 178/2017)

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Themen von Antibiotika über Bettelorden bis Telemonitoring

Am Absolvententag der Universität Bielefeld erhielten Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2017 Auszeichnungen und Preise für herausragende Leistungen.

Fakultät für Gesundheitswissenschaften: AOK-Förderpreise

Preisvergabe für ausgezeichnete Abschlussarbeiten (v.l.): Ralf Bednarz (AOK), Dr. Cona Ehresmann, Stefanie Griep, Carina Oedingen, Lea Stark, Prof. Dr. Kerstin Hämel. Foto: Universität Bielefeld/Ch. Dockweiler
Preisvergabe für ausgezeichnete Abschlussarbeiten (v.l.): Ralf Bednarz (AOK), Dr. Cona Ehresmann, Stefanie Griep, Carina Oedingen, Lea Stark, Prof. Dr. Kerstin Hämel. Foto: Universität Bielefeld/Ch. Dockweiler
Die AOK ehrte vier Absolventinnen und einen Absolventen der Fakultät für Gesundheitswissenschaften für die besten Abschlussarbeiten im Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengang. Die Arbeiten zeichnen sich durch die herausragende Leistung und durch ihre Bedeutung für das Gesundheitswesen aus. Die Auszeichnungen wurden von Ralf Bednarz (AOK) und Professorin Dr. Kerstin Hämel (Vorsitzende der Auswahlkommission der Fakultät für Gesundheitswissenschaften) überreicht.
Für die beste Bachelorarbeit erhielt Lea Stark die Auszeichnung. Ihr Thema lautete „Telemonitoring bei COPD – Eine systematische Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit unter Berücksichtigung gesundheitlicher und ökonomischer Endpunkte“.
Die besten Masterarbeiten verfassten Carina Oedingen („Der Effekt kombinierter oraler Kontrazeptiva auf venöse thromboembolische Ereignisse – Systematisches Review und Metaanalyse“) und Stefanie Griep („Versorgungssituation von schwangeren, asylsuchenden Frauen“).
Dr. Cona Ehresmann wurde für ihre Promotionsarbeit „Burn-out und das Sozialkapital von Organisationen – auf die Bindung kommt es an“ prämiert.


Fakultät für Chemie: Förderpreis der Friedrich Wilhelm Helweg-Stiftung für hervorragende Masterarbeiten und Masterpreis der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie

Auf Vorschlag der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld hat die Friedrich Wilhelm Helweg-Stiftung die beiden Masterabsolventinnen Lisa Hüttemann (Biochemie) und Thomas Weike (Chemie) für ihre hervorragenden Masterabschlüsse im Jahr 2017 mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

Thomas Weike, Lisa Hüttemann und Ann-Christin Moritzer (v.l.) wurden bei der Absolventenfeier der Fakultät für Chemie ausgezeichnet.Foto: Universität Bielefeld
Thomas Weike, Lisa Hüttemann und Ann-Christin Moritzer (v.l.) wurden bei der Absolventenfeier der Fakultät für Chemie ausgezeichnet.Foto: Universität Bielefeld
Lisa Hüttemann hat Biochemie an der Universität Bielefeld studiert und fertigte ihre Masterarbeit zum Thema „Arbeiten zur biosynthetischen Darstellung des Aminoglykosid-Antibiotikums Amikacin“ in der Arbeitsgruppe Organische Chemie I unter der Leitung von Professor Dr. Werner Hummel an. Amikacin ist ein häufig in der Zweitlinientherapie verwendetes Antibiotikum. Es wird also verwendet, wenn andere Antibiotika nicht mehr wirken. Da sich Resistenzen gegen Antibiotika rasch ausbreiten, ist die Forschung bestrebt, Wirkmechanismen zu analysieren und neue Strukturen zu entwickeln, die ein hohes Maß an Wirksamkeit mit möglichst geringen Nebenwirkungen kombinieren.

Thomas Weike absolvierte sein Bachelor- und Masterstudium an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld. Er verfasste seine Masterarbeit zum Thema „Wellenfunktionsbasierte Beschreibung der Quantendynamik ununterscheidbarer Teilchen“ in der Arbeitsgruppe Theoretische Chemie bei Professor Dr. Uwe Manthe. In seiner Arbeit untersuchte Thomas Weike neue effiziente numerische Verfahren zur quantenmechanischen Beschreibung der Bewegung ununterscheidbarer Teilchen. Er führt seine Untersuchungen in seiner Doktorarbeit bei Professor Manthe fort.

Die Friedrich Wilhelm Helweg-Stiftung wurde in Erinnerung an den 1993 verstorbenen Bielefelder Apotheker und Lebensmittelchemiker Friedrich Wilhelm Helweg ins Leben gerufen. Ziel der Stiftung ist es, förderungswürdige Examensarbeiten aus dem naturwissenschaftlichen Bereich der Universität Bielefeld zu prämieren.

Ann-Christin Moritzer studierte Biochemie und fertigte ihre Masterarbeit in der Arbeitsgruppe Strukturbiochemie von Professor Dr. Hartmut Niemann an. Sie erhielt den Masterpreis der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie für ihre Arbeit „Von der Etablierung eines Expressionsprotokolls bis zur Strukturlösung der Tryptophan 6-Halogenase Thal zur Beleuchtung der Regioselektivität von Tryptophan Halogenasen“. Ihre Arbeitsergebnisse sind ein wichtiger Schritt, um bioenzymatische Prozesse zur Herstellung von chlor- oder bromhaltigen Molekülen zu entwickeln, zu denen unter anderem Antibiotika, Anti-Tumor-Medikamente oder Agrochemikalien gehören. Seit Oktober 2017 promoviert Ann-Christin Moritzer bei Professor Niemann.

Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie: Claudia-Huerkamp-Preis

Lena Gumpert und Christina Löbbering (v.l.) wurden für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet. Foto: Universität Bielefeld/S. Sättele
Lena Gumpert und Christina Löbbering (v.l.) wurden für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet. Foto: Universität Bielefeld/S. Sättele
Den Claudia-Huerkamp-Preis 2017 in der Kategorie Bachelor erhielt Christina Löbbering für ihre Arbeit „Die Ravensberger Spinnerei als Erinnerungsort der Stadt Bielefeld“.
Für ihre Masterarbeit wurde Lena Gumpert ausgezeichnet. Sie trägt den Titel „Extern, kontrolliert oder inkludiert? Zum Verhältnis von Stadt und Bettelorden im 15. Jahrhundert“.
Bereits zum elften Mal vergibt die Fakultät den Absolventinnenpreis, vorgeschlagen von der Forschungs- und Gleichstellungskommission. Der Preis erinnert an die vor 18 Jahren verstorbene Claudia Huerkamp, damals Wissenschaftlerin der Fakultät, und soll die wissenschaftliche Karriere von Frauen fördern. Huerkamp war von 1976 bis zu ihrem frühen Tod Mitarbeiterin der Fakultät und beschäftigte sich thematisch unter anderem mit Frauen- und Geschlechtergeschichte.

Fakultät für Biologie: Förderpreis der Friedrich Wilhelm Helweg-Stiftung für hervorragende Masterarbeiten, Masterpreis der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie und Masterarbeit der Deutschen Botanischen Gesellschaft

Die Masterarbeiten von Annika Fischer, Corinna Osterbrink, Anna Höving, Jan Hendrik Hoerner, Hendrik Füser und Nina Kim Stoffel (v.l.) wurden ausgezeichnet.Foto: Universität Bielefeld/Ch. Weische
Die Masterarbeiten von Annika Fischer, Corinna Osterbrink, Anna Höving, Jan Hendrik Hoerner, Hendrik Füser und Nina Kim Stoffel (v.l.) wurden ausgezeichnet.Foto: Universität Bielefeld/Ch. Weische
An der Fakultät für Biologie wurden sechs Absolventinnen und Absolventen für ihre Masterarbeiten ausgezeichnet. Die Friedrich Wilhelm Helweg-Stiftung prämiert die Abschlussarbeiten von Annika Fischer (Studiengang Genome Based Systems Biology), Corinna Osterbrink (Studiengang Behaviour: From Neural Mechanisms to Evolution), Anna Höving (Studiengang Molecular Cell Biology) und Hendrik Füser (Studiengang Fundamental and Applied Ecology).
Nina Kim Stoffel erhielt den Masterpreis der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GMB). Die Deutsche Botanische Gesellschaft zeichnete Jan Hendrik Hoerner für die beste pflanzenwissenschaftliche Masterarbeit aus.

Musikgeschmack: Warum wir hören, was wir hören (Nr. 179/2017)

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Öffentlicher Vortrag am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)

Der Musikgeschmack ist individuell. Er ist abhängig vom persönlichen Urteil, jeder so wie sie oder er es mag - so scheint es. Tatsächlich hängt die Vorliebe für bestimmte Musikrichtungen von vielen Faktoren ab. In ihrem öffentlichen Vortrag „Alter, Geschlecht, Klasse, Lebensstil? Warum wir hören, was wir hören“ stellt Professorin Dr. Melanie Wald-Fuhrmann vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (Frankfurt am Main) vor, was die Forschung über den menschlichen Musikgeschmack herausgefunden hat. Sie ist am Mittwoch, 13. Dezember um 18 Uhr zu Gast im Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld (ZiF).

Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann Foto: Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik
Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann. Foto: Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik
Unter Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren wird man eher keine Schlager-Fans erwarten, im Fußballstadion werden keine Arien angestimmt und Personen, die sich generell durch eine große Offenheit für neue Erfahrungen auszeichnen, sind auch im Hinblick auf Musik neugieriger als andere. Die Situation, in der sich Menschen befinden, bestimmt mit darüber, welche Musik sie gerade hören möchten. Auch Schlüsselerlebnisse prägen die Entwicklung des Musikgeschmacks.

Professorin Dr. Melanie Wald-Fuhrmann wird in ihrem Vortrag diese und andere Zusammenhänge erklären und Einblick in aktuelle Studien am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik geben, die sich mit der Ausbildung des Musikgeschmacks befassen – und auch damit, warum Menschen bestimmte Musik nicht mögen. Zudem wird sie Ergebnisse der ersten repräsentativen Umfrage zum Musikgeschmack in Deutschland vorstellen.

Professorin Dr. Melanie Wald-Fuhrmann ist Direktorin der Abteilung Musik am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main. Zuvor hat sie an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Musikhochschule Lübeck Musiksoziologie und historische Anthropologie der Musik beziehungsweise Musikwissenschaft gelehrt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Musikästhetik, Musik und Bedeutung, Soziologie und Anthropologie der Musik, Musikpraktiken und -kulturen von der Renaissance bis zum frühen 19. Jahrhundert und die Geschichte der Musikwissenschaft.

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten, der Eintritt ist frei. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen zur Berichterstattung.

Der Vortrag ist eine  Veranstaltung des Vereins der Freunde und Förderer des ZiF aus der Reihe „Kunst trifft Wissenschaft“.

Zeit und Ort: 13. Dezember , 18 Uhr, Plenarsaal des ZiF, Methoden 1

Weitere Informationen:
www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/OeV/2017/12-13-Wald-Fuhrmann.html

Kontakt:
Marina Hoffmann, Universität Bielefeld           
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)
Telefon: 0521.106-2768           
E-Mail: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de